Über Pragmika
Pragmika ist entstanden, weil ich selber wissen wollte, wie geschlossen mein eigenes Denken ist. Ich habe Diskussionen verfolgt — politische, philosophische, alltägliche — und gemerkt, dass das, was Menschen voneinander trennt, oft weniger die Position selbst ist als die Art, wie sie an ihr festhalten. Mich hat interessiert, ob sich diese Art messen lässt — nicht als Charakterfehler, sondern als Denkstil, der je nach Kontext nützlich oder hinderlich sein kann. Pragmika ist der Versuch, eine ehrliche Antwort auf eine unbequeme Frage zu bekommen: Wie offen kann ich wirklich nachdenken, wenn ich nicht mehr Recht haben will?
Wer dahinter steht
Hinter Pragmika steht eine Person: Christian Kienle, Frontend-Engineer aus Deutschland. Das Projekt ist privat, nicht-kommerziell — kein Auftraggeber, keine Finanzierung, kein Wachstumsziel. Es gibt keinen Newsletter, keine Werbung, keine Datenweitergabe an Dritte. Ergebnisse werden anonym ausgewertet und sind nicht mit einem Account verbunden. Kontakt: kontakt@pragmika.com.
Wie der Test misst
Pragmika misst entlang dreier Dimensionen: Dogmatismus, Überzeugungsfestigkeit und Offenheit. Grundlage sind vier etablierte Forschungsinstrumente: Milton RokeachUS-amerikanischer Sozialpsychologe (1918–1988). Seine Dogmatismus-Skala misst, wie geschlossen ein Überzeugungssystem gegen Widerspruch ist.Mehr erfahren (öffnet in neuem Tab) entwickelte die Dogmatism Scale, um zu messen, wie rigide Überzeugungssysteme aufgebaut sind. Keith StanovichKanadischer Kognitionspsychologe. Er prägte „Active Open-Minded Thinking" — die Bereitschaft, die eigenen Annahmen aktiv zu prüfen.Mehr erfahren (öffnet in neuem Tab) erforschte mit Active Open-Minded Thinking Die Bereitschaft, die eigenen Annahmen aktiv zu prüfen und Gegenbelege zu suchen, statt nur Bestätigung zu sammeln (Keith Stanovich)., wie bereit jemand ist, eigene Annahmen zu hinterfragen. John CacioppoUS-amerikanischer Psychologe (1951–2018). Er entwickelte das Maß „Need for Cognition": wie gern jemand überhaupt gründlich nachdenkt.Mehr erfahren (öffnet in neuem Tab) untersuchte mit Need for Cognition Die Lust am Nachdenken: Manche genießen es, sich in knifflige Fragen zu vertiefen, statt schnell eine einfache Antwort zu nehmen., wie gern jemand überhaupt tief nachdenkt. Die Auswertung steht außerdem in der Tradition der Urteilsforschung von Kahneman und TverskyZwei Psychologen, deren Urteilsforschung zeigte, wie systematisch Denkabkürzungen unsere Entscheidungen verzerren. Kahneman erhielt dafür 2002 den Wirtschaftsnobelpreis.Mehr erfahren (öffnet in neuem Tab), die systematisch beschrieben haben, wie Denkabkürzungen unser Urteilen beeinflussen. Ergänzt wird das durch das aristotelische Konzept der Phronesis Praktische Klugheit: zu wissen, wann ein Grundsatz greift und wann nicht. Aristoteles' Begriff für gutes Urteilen im Einzelfall. — der praktischen Vernunft, dem Urteil im Einzelfall.
Was dieser Test nicht ist
- Kein klinisches Instrument. Pragmika gibt keine Diagnose, ersetzt keine psychotherapeutische Einschätzung und macht keine Aussage über mentale Gesundheit.
- Kein vollständiges Modell. Drei Dimensionen sind ein Ausschnitt — nicht alles, was Denken ausmacht. Kreativität, Empathie, Intuition kommen hier nicht vor.
- Kein zweites Scoring. Pragmika misst Denkstil, nicht Persönlichkeit. Wer ein Big Five Das in der Psychologie am besten belegte Persönlichkeitsmodell mit fünf Grunddimensionen. Es misst Persönlichkeit, nicht Denkstil.- oder HEXACO Ein Persönlichkeitsmodell mit sechs Dimensionen — wie die Big Five, aber mit einer zusätzlichen Achse für Ehrlichkeit und Bescheidenheit.-Profil sucht, ist hier falsch.
- Kein politischer Test. Kein Links-Rechts-Mapping, keine Wahlempfehlung. Geschlossene und offene Denkstile gibt es in jedem politischen Lager.
- Kein Persönlichkeits-Test. Kein MBTI Der Myers-Briggs-Typenindikator, der Menschen in 16 Typen einsortiert. Populär, aber wissenschaftlich umstritten — und etwas anderes als ein Denkstil.-Typ, keine Charaktertypologie. Der Test sagt nichts über deine Identität — nur etwas über die Art, wie du gerade denkst.
Originalquellen anzeigen
- Rokeach, M. (1960). The Open and Closed Mind: Investigations into the Nature of Belief Systems and Personality Systems. New York: Basic Books.
- Stanovich, K. E., & West, R. F. (2007). Natural myside bias is independent of cognitive ability. Thinking & Reasoning, 13(3), 225–247. https://doi.org/10.1080/13546780600780796
- Cacioppo, J. T., & Petty, R. E. (1982). The need for cognition. Journal of Personality and Social Psychology, 42(1), 116–131. https://doi.org/10.1037/0022-3514.42.1.116